Ramadan 2016

Am Montag, den 6. Juni 2016 beginnt der islamische Fastenmonat Ramadan. Er geht bis zum 4. Juli.

Vom 5. bis 7. Juli ist dann das Ramadanfest.

Während des Ramadan darf ein Muslim von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nichts essen und trinken, genauer gesagt: Er darf nur essen und trinken, wenn man einen schwarzen Faden nicht mehr von einem weißen unterscheiden kann. Das heißt in der Praxis, dass die Zeit, in der sie fasten müssen schon eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang  beginnt und eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang endet.

 Im Juni 2016 ist der Sonnenaufgang ca. 4:45 Uhr, Sonnenuntergang gegen 21:30 Uhr.

Das heißt spätestens 3.45 Uhr aufstehen, um ordentlich zu essen und zu trinken.
Das nächste Essen und Trinken gibt es dann erst wieder um 22:00. Das dauert natürlich lange, so dass niemand vor Mitternacht im Bett ist. Die Wahrscheinlichkeit besteht eher, dass manche meinen, es lohnt sich überhaupt nicht, ins Bett zu gehen.
Aber irgendwann müssen sie ja schlafen. Und da sie tagsüber meist nicht viel zu tun haben, dürfte das dann tagsüber stattfinden.

Die Eltern mit Schulkindern werden dann gegen 7:15 Uhr noch mal aufstehen und ihre Kinder in die Schule schicken.

Einige werden nicht fasten. Aber im Camp ist es extrem hellhörig, und es ist nicht besonders realistisch, zu erwarten, dass man schlafen kann, wenn die Nachbarn die Nacht zum Tag machen und man häufig eingeladen wird.

Was bedeutet das für den Deutschunterricht?

Es werden viele Leute fehlen oder zu spät kommen, weil sie verschlafen. Das dürfte besonders in den Gruppen zu tragen kommen, die vormittags stattfinden.

In den Nachmmittagsgruppen haben wir es dann mit Leuten zu tun, die seit 12 Stunden nichts getrunken haben. Und Temperaturen um die 30 Grad sind im Juni keineswegs ungewöhnlich.

In den Abendgruppen werden die Frauen fehlen, weil sie ausgiebig kochen müssen.

In islamischen Ländern soll während des Ramadan gearbeitet werden, aber Fakt ist, dass ein Großteil des öffentlichen und beruflichen Lebens zum Erliegen kommt.

Was können wir tun?

Wir sollten vorher mit unseren Leuten darüber reden. Vielleicht lässt sich eine einvernehmliche Regelung für den Ramadan finden.

Möglich wäre:

  • Die Gruppen laufen weiter, aber wenn weniger als 2/3 kommen, werden weniger Termine angeboten.
  • Wir machen ein spezielles Ramadan-Programm, z.B. indem wir 3 Termine in der Woche für alle anbieten und die Gruppen solange aussetzen. An diesen Terminen machen wir Wiederholung, Lesen und Schreiben für Anfänger und Beschreibungen von Bildern und Filmen (z.B. Charlie Chaplin und Mr. Bean).
  • Wir überlegen, ob wir unsere Zeiten anpassen können.
  • Es kommt nur einer oder zwei von uns, die anderen haben Handy-Rufbereitschaft.
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3 Kommentare zu Ramadan 2016

  1. Elke sagt:

    Wir haben in Gruppe 2 gefragt, es wollen einige/viele Leute kommen. Sie wollen lieber 9.30 beginnen als 11 Uhr ( haben sie jetzt gesagt). Wir würden auf 2 Termine verkürzen: Mo. / Fr. 9.30 im Gemeindesaal.

  2. Marianne sagt:

    Gruppe 4 ist wild darauf, zu erscheinen. Möglicherweise werden ein paar Frauen etwas früher kommen, so dass wir mit einer Gruppe früher anfangen können, damit sie rechtzeitig zu Essen kochen zu Hause sind.

  3. Volker sagt:

    Es gibt einen kurzen Clip der die Praxis des Fastens im Ramdan von zwei deutschsprachigen Muslimen erklärt. Sehenswert!
    http://www.ardmediathek.de/tv/punkt-Einfach-Wissen/Nicht-essen-nicht-trinken-/ARD-alpha/Video?bcastId=23961358&documentId=28979464

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