Lernen von Überlebens-Ausdrücken

Greg Thomson schreibt dazu:

Auswendiglernen ist keineswegs die einzige Möglichkeit. Als wir Urdu lernten, lernten wir nur ein paar wenige Überlebensausdrücke und nützliche Wendungen auswendig. Als wir Russisch lernten, lernten wir gar nichts auswendig. Dies steht im Einklang mit der kommunikativen Sprachlernphilosophie, nach der WT nur Dinge sagen sollen, die dem Stand ihrer Fähigkeiten entspricht. Sie sollen nicht Äußerungen hersagen, die viel komplexer sind.

Mit Hilfe von Lexicarry und Rollenspielen

Wir lernten Überlebensausdrücke und nützlichen Wendungen, ohne sie auswendig zu lernen, einerseits mit Hilfe von Lexicarry-Übungen, anderseits durch spontane Rollenspiele, in denen wir alltägliche Situationen nachspielten.

Wiederholtes Anhören von Tonaufnahmen

Eine andere, weniger radikale Möglichkeit ist, fünfzig bis hundert Überlebensausdrücke aufzunehmen, mit der Übersetzung in der Zwischensprache unmittelbar vor- oder nachher, und diese Aufnahme immer wieder anzuhören. So wie der WT im Lauf der Zeit die fremden Wörter mit Bedeutungen zu verbinden beginnt, so werden auch diese Ausdrücke eine Bedeutung erhalten. Für den Anfang empfehlen wir diese Strategie nicht wirklich, aber wenn der WT wenigstens Teile der aufgenommenen Sätze verstehen kann, wird sie brauchbar.

Man kann die Ausdrücke später erneut aufnehmen, ohne die Übersetzungen in die Zwischensprache,  und zu jedem Ausdruck eine einfache Zeichnung anfertigen. Die Zeichnungen werden durcheinander auf dem Tisch ausgebreitet, und der WT sucht während des Zuhörens jeweils die passende Zeichnung. Auf diese Weise wird die „Sprachverarbeitungsmaschine“ angeregt, und der WT kann viele Einzelheiten dieser Ausdrücke wahrnehmen.

Wenn der WT die Ausdrücke im Alltag verwendet, braucht er anfangs vielleicht eine Kurzversion, aber es ist dann seine eigene Version – er drückt seine Gedanken in seinen eigenen Worten aus. Dies trägt mehr zum Wachstum seiner Sprechfähigkeit bei als das Hersagen eines wohlformulierten Satzes, den er auswendig gelernt hat, ohne genau zu wissen, was die Teile bedeuten. Auf diesem Weg kann sich ein WT in kurzer Zeit viele Überlebensausdrücke aneignen, im Gleichschritt mit seiner allmählich wachsenden Sprechfähigkeit.

 

Dieser Beitrag wurde unter Der Ansatz von Greg Thomson, Methoden veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

1 Response to Lernen von Überlebens-Ausdrücken

  1. Marianne sagt:

    Danke für das Kompliment :-))

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.